05./06.09.2016 – Gewitter in Venetien, IT

Es ist lange her, dass die Atmosphäre hier im Südwesten taugliche Gewitter erlaubt hat (das letzte Mal am 24. Juni), und nun neigt sich die Gewittersaison auch schon wieder ihrem Ende zu. Da mir die letzten Monate als Stumjäger schon fast vorkamen wie der Winter, gab es dann in meinem Urlaub noch zwei kleine Überraschungen. Am Abend des 05.09. zogen an der kroatischen Küste einige Gewitterzellen entlang, die ich aus ca. 60 km Entfernung fotografieren konnte. Leider hatte ich nur die EOS 500d zur Hand, die Bildqualität ist daher überschaubar. Besonders beeindruckend war, dass man die Donnerschläge der positiven Blitze auch über die große Distanz hören konnte!

 

Die zweite Zelle, eine Superzelle, kam für mich völlig überraschend. Zum Urlaub gehört für mich auch, dass ich quasi keine Zeit am Smartphone verbringe. So blieb die persönliche Wettervorhersage auf das Minimum (Mainstream Medien) beschränkt. Das rächte sich, denn für den 06.09. sahen diese Vorhersagen keine Niederschläge und nur etwas Bewölkung. Für mich der ideale Tag, um ihn in Venedig zu verbringen. Als es am Nachmittag aus östlicher Richtung verdächtig dunkel kam, war ich gerade auf dem Schiff von Venedig nach Murano. Eigentlich rechnete ich – maximal – mit leichtem Regen. Doch eine wall-cloud unterhalb des dunklen Regengebiets offenbarte, dass hier etwas anderes im Gange war. Hektisch irrte ich über die Insel um Sicht auf die Zelle zu bekommen (das Smartphone hatte ich nicht dabei). Im Kopf spielte ich bereits Szenarien wie Hagelschlag oder gar einen Tornado durch (wäre nicht das erste Mal, dass die Region hart getroffen würde). Vom nördlichen Ufer der Insel Murano konnte ich schließlich den Aufzug wunderbar beobachten. Die wall-cloud war sehr dynamisch und immer wieder auch sehr turbulent. Bei den tiefen Wolkenbasen wollte ich daher für den Fall eines Tornados bis kurz vor dem Durchzug an meiner leider ungeschützten Position bleiben. Die Zelle zog letztlich nur ganz knapp südlich durch und streifte Murano nur. Abends sah ich, dass die meisten Wettermodelle zwar keine Auslöse in Venetien rechneten, aber die Scherung in der Region doch recht massiv war. Ein Level 2 von Estofex verdeutlichte die latente Gefahr. Alles in Allem also Glück gehabt, in jeder Hinsicht…
Hier nun einige Bilder:

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