16.06.2016 – Superzelle mit Hagel zwischen Deggendorf und Straubing

Nachdem wir an diesem Tag bereits eine gewaltige Zelle bei Passau (Bayern) abgefangen hatten, ging es kurz darauf wieder auf die Autobahn in Richtung Deggendorf. Aus Südwest näherte sich nämlich eine weitere Entwicklung. Wir ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass diese Zelle im Vergleich zur ersten noch weitaus beeindruckender sein sollte. Während der Fahrt konnte man dann immer klarer den großen Aufwindturm sehen und auch das Radar versprach richtig Action. Zwischen Deggendorf und Straubing fuhren wir von der Autobahn ab und postierten uns auf einem kleinen Hügel mit Sicht auf das herannahende Trumm. Besonders beeindruckend war neben dem großen, deutlich rotierenden Aufwindbereich der massive Inflow der Zelle aus Nordost. Hierzulande ist man als Sturmjäger i.d.R. ja schon froh, solange der Wind bei einer noch etwas entfernten Zelle leicht „von hinten“ kommt oder es gar Windstill ist. Hauptsache man spürt keinen kühlen Outflow. In diesem Fall saugte die Superzelle allerdings so massiv, dass der Inflow in Böen sicher 50 km/h erreichte. In Kombination mit dem, was man optisch und auf dem Radar sah war dann auch klar, dass diese Zelle durchaus großes Gefahrenpotential besaß. Wir standen einmal mehr genau so, dass uns das Aufwind-Abwind Interface quasi genau traf. Aufgrund des zu erwarteten Hagelschlags (Tornadogefahr bestand zu diesem Zeitpunkt meiner Einschätzung nach nicht) verlagerten wir uns kurz vor dem Durchzug in eine etwas geschützte Position auf einem Hof. Wären wir frei gestanden, dann hätten wir vermutlich beim folgenden Downburst bis ca. 100 km/h und Hagel bis 4 cm Seitenscheiben oder die Heckscheibe verloren. Hier nun ein Video, das den Aufzug als Zeitraffer sowie den Downburst mit Hagelschlag zeigt. Fotografieren war speziell gegen Ende aufgrund der heftigen Kontraste wirklich sehr schwierig.

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