24.06.2016 – Superzelle mit Großhagel bei Rottenburg am Neckar

Auch am Freitag, 24.06.16 bestand für große Teile Deutschlands einmal mehr Unwettergefahr. Für den Südwesten sahen die meisten Modelle allerdings erst in der Nacht zu Samstag erste Konvektive Umlagerungen aus Frankreich und der Schweiz heraus. Tatsächlich verlief der Mittag und Nachmittag von einigen Zellen im Rheingraben abgesehen noch ruhig in Baden Württemberg, gegen Abend konnte man aber zunehmende Quellbewölkung am Schwarzwald und der Alb erkennen. Eine erste schwächere Zelle entwickelte sich schließlich bei Herrenberg. Nur wenig später kam es etwas weiter südlich bei Horb am Neckar zur Auslösung. Diese Zelle entwickelte sich rasant zu einer ausgewachsenen Superzelle, welche nach Osten ausscherte und grob dem Verlauf des Neckars folgte. Ich brachte mich bei Ofterdingen, südlich von Tübingen in Position und konnte das optische extrem ansprechende Ungetüm von hier sehr gut beobachten. Die Strukturen waren außerordentlich gut ausgeprägt und das Radar zeigte früh, dass die Zelle wohl auch Hagel produzierte. Speziell die untergehende Sonne in Kombination mit dem blauen Himmel sorgte für eine herausragende Szenerie. Hier nun zunächst ein Zeitraffer sowie einige Bilder aus Ofterdingen:

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Um etwas später wieder einen optimalen Blick auf den Aufwind des Gewitters zu bekommen, verlagerte ich mich etwas weiter nach Norden zwischen Rottenburg und Hirschau/Tübingen. Der Sonnenuntergang und die bläulich leuchtende Zelle, welche im Sekundentakt von Blitzen durchzuckt wurde, sahen von hier einfach unglaublich aus. Ich ahnte zwar, dass es bei Rottenburg im Hintergrund auf den Bildern zu Hagelschlag kommen würde, dass die Zelle zu genau diesem Zeitpunkt allerdings Hagelschlossen mit teilw. etwas über 8 cm abwarf, erfuhr ich erst kurze Zeit später.
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Noch am Abend und in der Nacht fuhr ich die Schneise zwischen Rottenburg und Horb ab und konnte dabei südlich von Rottenburg zwischen den Gemeinden Weiler, Dettingen und Hemmendorf Hagelbrocken bis ca. 5 cm Durchmesser finden – wohlgemerkt 2.5 h nach Durchzug der Zelle mit Regen!

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Am Sonntag war ich tagsüber noch kurz in den genannten Orten unterwegs. Es zeigten sich teilweise massive Schäden an Dächern, Autos, Fotovoltaikanlagen, Dachfenstern und an der Vegetation. Besonders tragisch ist, dass einige Haushalte bereits am 28.07.13 von schwerem Hagelschlag betroffen waren.

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