12.04.2016 – Organisierte Gewitterzelle bei Heilbronn

Die Gewittersaison 2016 startete in der vergangenen Woche mit einigen kräftigen Gewittern im Südwesten. Speziell Dienstag, 12.04. war in Hinsicht auf die zu erwartenden Gewitter bereits einige Tage im Voraus interessant. Zwar stand den Gewitterzellen mit 3-500 J/kg CAPE nicht allzu viel Energie zur Verfügung, die durchaus sehr gut gescherte Atmosphäre (SREH teilw. > 200 m²/s², DLS um 60 kt) bot jedoch ideale Voraussetzungen für die Bildung gut organisierter und langlebiger Strukturen.
Das interessante Gebiet lag ab dem Mittag im mittleren und nördlichen Baden-Württemberg.
Als wir uns gegen 17 Uhr mitten im Feierabendverkehr von Tübingen aus auf den Weg in Richtung Norden machten, peilten wir eine bereits existierende Zelle an, welche aus dem Pfälzer Wald in die Region Karlsruhe zog. Aufgrund der eher suboptimalen Verkehrslage im Großraum Stuttgart mussten wir dann allerdings pokern und hoffen, dass das Gewitter durchhält und wir es später und deutlich weiter östlich bei Heilbronn in Empfang nehmen konnten.
Auf dem Radar war bereits während der Anfahrt zu erkennen, dass die Zelle für diese Jahreszeit gut organisiert war und nach „rechts“ ausscherte. In Anbetracht der atmosphärischen Randbedingungen ist es gut möglich, dass das Gewitter eine Mesozyklone besaß, welche es exakt auf einen West – Ost Kurs lenkte. Persönlich erwartete ich optisch nicht allzu viel, da die Wolkenbasen doch recht hoch waren und man es so früh in der Saison i.d.R. eher noch nicht mit den wahren Leckerbissen zu tun hat.
Umso begeisterter war ich, als wir bei Heilbronn von einem Weinberg endlich auf die aus Westen nahende Zelle sahen. Der Anblick war tatsächlich ziemlich genial und sorgte nach der langen Winterpause direkt für erhebliche Freude. Zwar war die Zelle wie erwartet recht hochbasig, doch die Arcus Wolken, die laminare Schichtung darüber sowie die vielen Bodenblitze machten den Aufzug zu einem mehr als gelungenen Saisonstart. Auch unseren Standort hatten wir ideal gewählt: Das Aufwind-Abwind Interface kam genau auf unsere Position zu. Hier nun einige Bilder aus Heilbronn:
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Nachdem der Aufwindbereich über unseren Köpfen war und der stürmische Outflow ankam,  ging es schnurstracks zurück auf die A6 in Richtung Crailsheim (Kreuz A6/A7). Der Verlauf der A6 machte es möglich und wir konnten uns noch einmal deutlich vor die Zelle setzen. Hier zunächst einige Bilder von der Fahrt und einem kurzen Zwischenstopp:
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Etwas später und einige Kilometer weiter Richtung Osten positionierten wir uns dann schließlich bei Wolpertshausen ein letztes Mal und ließen die nun langsam outflow-dominante Zelle erneut direkt auf uns zu ziehen. Die heran rauschende Shelf-Cloud war wirklich beeindruckend:
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Aufgrund der guten Positionierungen konnte ich außerdem einen Zeitraffer des Aufzugs anfertigen:

 

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