13.05.15 – Tornado bei Tengen, Lembach, Blumegg, Grimmelshofen, Fützen

Die komplette Analyse gibt es nun » HIER «



 



 

Dies ist nur ein kurzer Vorabbericht zum Tornado am 13. Mai 2015 im Landkreis Waldshut/Schwarzwald-Baar-Kreis.
Am Abend des 13.05. zogen zahlreiche schwere Gewitter über den Süden des Landes. Darunter waren auch einige Superzellen. Eine davon entwickelte gegen 21:35 Uhr einen recht langlebigen mesozyklonalen Tornado, welcher eine min. 10 km lange und teilweise bis zu 400 m breite Schneise der Verwüstung rund um die Ortschaften Lembach, Blumegg, Grimmelshofen und Fützen hinterließ. Der Tornado sorgte dabei nicht nur für einen Verkehrsunfall durch umgestürzte Bäume, sondern ließ auch einen Hochspannungsmasten (220 kV) umknicken und zerstörte einen alten Bauernhof bei Fützen nahezu komplett. Die Flurschäden innerhalb der Schneise sind beachtlich. Anhand der Schadensmuster kann von einer Stärke von F2 bzw. T4-T5 ausgegangen werden.
Nach aktuellem Stand sind glücklicherweise keine Todesopfer zu beklagen.
Folgend nun einige Bilder, beginnend mit dem Tornado selbst, welcher unter der sog. „wall-cloud“ der Superzelle lokalisiert war. Anders als noch 2 Minuten zuvor war der Tornado zu dieser Zeit nicht ganz bis zum Boden auskondensiert. Dies sagt jedoch nicht zwingend etwas über die Zerstörungskraft am Boden aus.

 

Update; 16.05.2015
Es sieht ganz so aus, als ob die langlebige Superzelle, aus welcher der Tornado hervorging, bereits weiter nordwestlich für massive Schäden verantwortlich war. Es lassen sich zahlreiche Tornadoschäden von den Vogesen (Frankreich) über den Rheingraben, die Feldberg Region und Bonndorf bis hin zu Fützen am Randen finden. Ob der Tornadovortex dabei quasi permanent am Boden war  muss allerdings noch geklärt werden. Die angesprochene Superzelle, welche sich am frühen Abend in Ostfrankreich bildete, sorgte in Freiburg durch großen Hagel bis 5 cm Durchmesser außerdem für teilweise große Schäden. Auch an unserer Position bei Welschingen fiel Hagel bis 4 cm Durchmesser – Bilder folgen.
Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es am 13.05. auch in Bayern bei Augsburg / Affing einen schweren Tornado (F2-F3) gab. Dieser beschädigte einige Wohnhäuser schwer.
Die genaue Analyse der Ereignisse wird wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Ich werde den Artikel durch weitere Updates allerdings immer möglichst aktuell halten. Das nächste Update erfolgt am frühen Abend.

 

Update 2; 16.05.2015
Wir haben am heutigen Samstag die Schäden aus der Luft begutachtet. Dafür sind wir mit einem Kleinflugzeug vom Hotzenwald aus über das Rheintal, Bad Krotzingen, das Münstertal in Richtung Feldbergregion, Schluchsee, Bonndorf und letztlich über Blumegg nach Fützen an die deutsch-schweizer Grenze geflogen.
Es war ersichtlich, dass der Tornado Phasenweise sehr stark zugeschlagen hat. Es gibt allerdings auch Bereiche, in denen die Schäden kaum oder gar überhaupt nicht ausgeprägt sind. Außerdem wurde klar, wie knapp einige Ortschaften und Städte (Bonndorf im Speziellen) einer kleinen Katastrophe entgangen sind! Der Tornado verfehlte viele häuser nur um Haaresbreite. Die Fallmuster der Bäume war an vielen Stellen geradezu Lehrbuchhaft für einen zyklonal rotierenden Tornado.
Für eine genaue Analyse sind nun alle Daten beisammen. Am morgigen Sonntag gibt es weitere Neuigkeiten. Bis dahin verweise ich auf zwei Luftbilder ganz unten auf dieser Seite.

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