Rückblick: Fotogenes Hagelgewitter, 21.06.12

Es ist zwar schon eine kleine Weile her, ich habe aber bisher immer noch nicht alle Ereignisse aus dem Jahr 2012 veröffentlicht. Hier kommt mal wieder ein Bericht aus der Saison ’12:
Die Wetterlage am 21.06.12 war recht komplex. Für die synoptische Übersicht fehlte mir damals die Zeit und auch rückwirkend will ich nicht all zu viel dazu sagen. Es handelte sich klassischerweise wieder um eine Trogvorderseitenlage. Die Gewitterparameter wie CAPE, Scherung, Hebung etc. sahen alle soweit okay aus und ließen auf einige organisierte Gewitter hoffen. Zum ausführlichen Überblick für jenen Tag s. ESTOFEX.
Es dauerte dann doch recht lange, bis das Radar die ersten schönen Zellen zeigte. Zuerst bildete sich bei Villingen-Schwenningen ca. 10-20 km vor der Front, welche bis dahin nur Regen beinhaltete und eher inaktiv war, eine kräftige Zelle. Da wir bereits in den Startlöchern standen ging es dann auch direkt los in Richtung Balingen. Das Gewitter schwächte sich jedoch sehr schnell wieder ab und war nicht mehr weiter interessant. Gegen 20 Uhr kam es dann aber nicht weit entfernt nordwestlich von Sigmaringen vor dem großen Niederschlagsband aus Richtung Frankreich zur Auslöung einer weiteren kräftigen Gewitterzelle. Wie bereits zwei Tage vorher schien auch diese Zelle entlang der Donauschiene zu ziehen. Die Zelle wurde daraufhin angepeilt. Bei Burladingen konnte man bereits schöne Strukturen der noch sehr jungen Zelle sehen:

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Nun ging es in hohem Tempo weiter, quer über die schwäbische Alb weiter Richtung Donau – die Gewitterzelle immer im Rücken. Auf der Albhochfläche sah die herannahende Zelle schon sehr schön aus:

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Es war nicht ganz klar, wie sich das Gewitter weiter verhalten würde. Prinzipiell hätte es weiter auf der Alb entlang ziehen können, in die Donauschiene einschwenken können oder gar mit der Hauptströmungsrichtung nach Osten ziehen können. Zudem deute sich auf dem Radar eine Teilung der Zelle an, welche zu diesem Zeitpunkt spektakuläre Sturkturen zeigte:

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Kurzzeitig schien der nördliche Teil, der weiter auf der Alb entlang zog, stärker zu werden. Dann verstärkte sich allerding der südliche Teil deutlich und wir beschlossen über die Donau weiter Richtung Süden zu fahren. Während dessen holte uns die immer schneller werdende Zelle fast ein:

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Bei Unlingen (LK Biberach) zeigte sich der Aufwindbereich der Zelle als sog. whales-mouth:

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Der Aufwindbereich war hochgradig dynamisch und turbulent:

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Dank guter Verkehrslage konnten wir nochmals etwas Boden gut machen und befanden uns daher wieder deutlich vor der Zelle. Diese bot mit der shelf-cloud und der inzwischen gewaltigen Blitzaktivität einen atemberaubenden Anblick:

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Dann wurde ein guter Platz gesucht, um sich letztlich von dem Ungetüm überrollen zu lassen. Der Anblick dabei war immernoch sehr schön:

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Der weitere Aufzug, die Blitzaktivität sowie der Durchzug mit starkem Wind und kleinem Hagel sind auf dem folgenden Video gut zu sehen:
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