06.08.13 – Unwetter auf der Alb/Bow-Echo in Oberschwaben

06.08.2013 – Teil 2

Nach dem Hagelunwetter entlang der Alb am frühen Nachmittag war der Tag noch nicht vorbei. Neben den beiden Gewitterzellen, welche am Albtrauf über uns hinweg gingen, bildeten sich kurze Zeit später weitere Gewitter im Südwesten. Diese schlugen einen etwas südlicheren Kurs ein und liefen daher auf der Albhochfläche und an der Donau entlang. Da wir nach dem Hagelereignis weiter nach Süden fuhren, kamen wir so auch in den Bereich dieser Gewitterzellen. Aufgrund der Wetterverhältnisse war ein zügiges Vorankommen im Randbereich der abziehenden Zellen am Albtrauf jedoch nicht wirklich möglich. Daher schafften wir es nicht vor die Zelle auf der Alb, sondern landeten mehr oder weniger mitten drin. Auch hier gab es sehr dichten Hagelschlag mit 2-4 cm und Platzregen. Der Wind aus diesem Gewitter war jedoch deutlich stärker als noch aus den vorigen Zellen. Recht früh wurde uns der Weg durch umgestürzte Bäume blockiert. In der Zwischenzeit waren wir bereits am hinteren Randbereich der Zelle und daher erst einmal aus dem Gefahrenbereich für Downbursts. In der Region konnten wir aber sehen, was dieses Ungetüm angerichtet hat. Neben vielen Schäden durch Wind lag hier teilweise eine fast geschlossene Decke aus kleinerem Hagel. Die Landwirtschaft und die Gärten sahen dementsprechend aus. Durch die Kombination aus viel kleinem Hagel und Platzregen waren die Straßen teilweise überflutet und unpassierbar. Besonders schlimm wütete das Unwetter im Bereich Münsingen, Zwiefalten, Ehingen. Einige Szenen von hier finden sich auf dem Video weiter unten. Fotos dieses Gewitters existieren aufgrund der beschriebenen Tatsachen leider nicht. Einige Szenen sind aber auf dem folgenden Video zu sehen:

Beim Durchfahren einer überfluteten Straße kam dann schließlich Wasser in den Verteiler unseres Fahrzeugs. Die anschließende Trocknungsaktion dauerte einige Zeit und so konnten wir – auch wegen des dichten Verkehrs auf der A8 Ulm -> Augsburg – den inzwischen linienförmigen Zellkomplex in Bayern nicht mehr einholen.

Die folgenden Bilder zeigen den Aufwindbereich der südlichsten Zelle dieses Komplexes von Ulm aus gesehen:

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Da die letzten Stunden recht stressreich waren, machten wir erst einmal Pause und warteten ab. Die Bodenwerte in Oberschwaben waren nach wie vor gut. Dieses Gebiet wurde bis dahin von Gewittern verschont. In der Schweiz – wo bis dahin noch leichter Föhn herrschte – löste es nun aus. Rein von den Parametern her wäre es einmal wieder Zeit gewesen für eine Gewitterlinie aus der Schweiz heraus nach Oberschwaben hinein. Mit diesem Verdacht im Hinterkopf verlagerten wir uns Richtung Biberach a. d. Riß. Tatsächlich schienen sich die Gewitter in der Schweiz langsam zu einem linienförmigen Zellkomplex zusammenzuschließen. Als diese Linie ca. auf Höhe des Bodensees eine Bogenform auf dem Radar annahm war klar, dass Oberschwaben stärker getroffen würde. Wir standen zwar nicht im Bereich des „leading edge“, also dem zentralen Teil des Bow-Echos, das war aber auch ganz gut so. Hier kommt es nicht selten zu schweren Orkanböen und dementsprechenden Schäden. Da es langsam dämmerte riskierten wir daher besser keinen Volltreffer.

Aus dem Dunst und einigen schwachen vorgelagerten Entwicklungen kam dann nach und nach eine wunderschöne shelf-cloud zum Vorschein (zur Erklärung des Bow-Echos/shelf-cloud etc. siehe Gewitter – Eine Einführung).

Folgendes Video zeigt des Aufzug des Bow-Echos bei Biberach sowie einige unwirklich wirkende Szenen nach Durchzug der Böenfront:

Außerdem gibt es noch einige Bilder der schönen und bedrohlich wirkenden shelf-cloud:

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