05./06.08.13 – Starkes Nachtgewitter am Neckar

Für den 06.08. sah es nach einer ausgewachsenen Schwergewitterlage aus (s. auch im Artikel dazu). Doch bereits in der Nacht vom 05. auf den 06.08. zeigte das Wetter, welches Potential die Atmosphäre zu bieten hatte. Die Luftmasse war selbst in der Nacht sehr energiegeladen. Zudem sorgte eine gut ausgeprägte Windscherung dafür, dass entstehende Gewitterzellen einen gewissen Grad an Organisation aufweisen sollten.

Der Sondenaufstieg von Payerne (CH) um 00z (2 Uhr) zeigt stellvertretend, wie die aus Südwest advehierte Luftmasse beschaffen war:

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Quelle: (C) University of Wyoming – weather.uwyo.edu

Lediglich der Auslöser der Konvektion fehlte. Zwar waren in der Schweiz einige Gewitter unterwegs, den „Sprung“ nach Deutschland schafften sie jedoch vorerst nicht. So blieb es bis Mitternacht ruhig. Um 00:40 Uhr entwickelte sich dann über dem Südschwarzwald nordöstlich von Freiburg auf Höhe Lahr eine starke Gewitterzelle. Die Blitzaktivität war von Beginn an hoch und die Zelle war absolut isoliert (d.h. keine anderen Gewitterzellen im Umfeld). Ein wahrer Traum für Blitzfotografen also. Dies war auch der Grund, warum ich meine bereits begonnene Nachtruhe für eine Tour unterbrach.

Nach kurzer Zeit löste sich die Zelle vom Schwarzwald ab und zog Richtung Neckar. Der Aufwind der Zelle war im Süden bzw. Südosten lokalisiert und anfangs stark geneigt. Zudem scherte die Zelle nach Osten aus. Eine kurzlebige Mesozyklone würde mich dabei nicht verwundern (-> kurzlebige Superzelle).

Die folgenden Bilder wurden aus größerer Distanz zur Zelle gemacht (bei Herrenberg). Ich musste die ISO daher fast in unerträgliche Höhen hinauf schrauben. Etwas Bildrauschen ist daher unvermeidbar. Dennoch zeigen die Bilder die Schönheit dieser kräftigen Gewitterzelle:

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Als das Gewitter den Neckar erreichte, scherte es extrem nach Osten aus. Leider zog es der Zelle dann innerhalb nur weniger als 5 Minuten quasi den Stecker (absterbende Mesozyklone). Die Blitzaktivität ging von hoch auf 0.

Allerdings triggerte der Outflow klassischerweise an der Albkante eine weitere, jedoch nur kurzlebige und kaum blitzaktive Gewitterzelle. Hier ein Bild dieser Zelle:

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Wie bereits in der Nacht zum 28.06. (schweres Hagelunwetter am Neckar) beeinflussten auch diese Zellen die Grundschicht in gewisser Weise. Am Folgetag, dem 06.08., kam es nämlich fast exakt im Bereich der Nachtgewitter zur Auslösung einer massiven Superzelle, welche mit sehr großem Hagel wieder für große Schäden entlang des Albtraufs sorgte.

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