17./18.06.13 – Nachtgewitter am Schwarzwald

Der Montag war mit Temperaturen von verbreitet um 35 °C sehr heiß und anfangs auch schwül. Am Mittag trocknete es leicht ab und für Gewitter schien es erst einmal nicht mehr so gut auszusehen. Trotzdem entstanden am Nordschwarzwald am Nachmittag einige TCU. Die Luftmasse war generell sehr gefährlich: Neben ausgeprägter Windscherung (veering+Geschwindigkeitsscherung) lagen die Werte für die CAPE bei über 2500 J/kg (wohl gemerkt: Durch den Sondenaufstieg gemessen, nicht berechnet, s.u.). Wenngleich der Deckel am Nordschwarzwald nicht das Problem darstellte, so schafften es die TCU aufgrund der mangelnden Feuchte (Grundschicht und auch darüber) nicht, zu stärkeren Gewittern heranzuwachsen. Hier ein Bild eines solchen TCU am Nordschwarzwald:

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Gegen Abend wurden zunächst alle Quellungen ausgeräumt und es war immer noch sehr warm. Von Frankreich (Rhonetal) näherte sich dann ein Gebiet mit einigen schwachen Schauern. Auf Höhe des südlichen Rheingrabens wurde dieses Gebiet konvektiv aktiviert und es schossen schnell gewaltige Gewitterzellen in den Himmel. Dieser Verbund aus Zellen organisierte sich im weiteren Verlauf zu einer einzelnen, gewaltigen Zelle, welche Kurs auf den Schwarzwald nahm.

Den Aufwindbereich der starken und sehr blitzaktiven Zelle kann man auf folgendem Foto erkennen:

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Das Gewitter löste dann bei seinem Weg über den Schwarzwald zahlreiche weitere Gewitter aus, welche der Region die ersten richtigen Nachtgewitter des Jahres 2013 bescherten. Hier einige Bilder dieser blitzreichen Nacht:

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Der Sondenaufstieg von Stuttgart um 12z zeigt hier nocheinmal die Luftmasse über dem Südwesten:

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(C): University of Wyoming (weather.uwyo.edu)

In den nächsten Tagen sind weitere, teils heftige Gewitter möglich.

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