Frontgewitter, 22.06.2011

Für den 22.06.2011 kündigte sich ein Kaltfrontdurchgang an. In die zu vor advehierte warme und feuchte Luftmasse sollte den Modellen nach zu Folge auch eine Konvergenz laufen, an der es bereits schon zu Gewitter kommen sollte. CAPE war okay (gute 500 J/kg) und die Windscherung war gut ausgeprägt (DLS: teilw. über 45 kt, 0-3km SRH: 200-250 m²/s²). Man durfte also tatsächlich von organisierten Gewittern ausgehen (ESTOFEX).

Bereits am späten Vormittag bildete sich in Ostfrankreich eine Gewitterlinie, welche auf den Südwesten von Deutschland zusteuerte. Nach kurzer Intensivierung im Rheingraben musste diese allerdings den Schwarzwald passieren. Häufig schwächen sich solche linearen Gewitter dabei stark ab um sich dann leeseitig wieder zu verstärken. So auch an diesem Tag. Nach Passage des Schwarzwaldes schloss sich die Linie schnell wieder und zog mit hoher Geschwindigkeit Richtung Neckar. Es bildeten sich zwar keine vorgelagerten und isolierten (Super)Zellen (mal vom bayrischen Alpenrand abgesehen), die Linie machte aber bereits auf dem Radar was her. Auch optisch war der Aufzug sehr schön. Die gebildete shelf-cloud war bereits früh zu erkennen:

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Die Dynamik der Linie war hoch und man konnte bereits das Geflacker der vielen Wolkenblitze sehen:

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Plötzlich setzte dann starker Wind ein der kurzzeitig sicher Sturmstärke erreichte. Die shelf-cloud war fast über mir:

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Der Wind drehte kurzzeitig in Böen noch mehr auf und erreichte geschätzt auch über 100 km/h. An einer Wetterstation in Balingen wurde eine Spitzenböe mit 122 km/h registriert. In Baden-Württemberg und auch anderen Bundesländer hinterließen die Gewitter an diesem Tag teils erhebliche Schäden, wie auch in einem Artikel von SPON beschrieben wird.

Hier noch ein Video mit einem Zeitraffer vom Aufzug sowie Hagel und Sturm beim Durchzug:

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